ASB Magazin
Juni 2024
8/17

Ein Samariter mit beachtlichem Engagement

47 Jahre beim ASB Lüneburg: Harald Kreft im Interview

Die längst getrocknete Tinte auf dem Arbeitsvertrag zeigt das Datum vom 2. Mai 1977 und die Unterschrift von Harald Kreft; der offizielle Arbeitsbeginn für den zuvor bereits ehrenamtlich aktiven Samariter. Mit der Ausbildung zum Transportsanitäter fing alles an. Es folgten Stationen im Sanitätsdienst, beim Katastrophenschutz und im Rettungsdienst. Knapp 20 Jahre lang leitete Kreft den Kreisverband als Geschäftsführer und trug dazu bei, dass der einst kleine ASB Lüneburg zu einem der größten sozialen Dienstleister und mit über 16.000 Mitgliedern zum größten eingetragenen Verein in Lüneburg gewachsen ist. Anfang März, wenige Wochen vor seinem Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand, trafen wir Harald Kreft zum Gespräch. 


Interview: Tina Düselder 

ASB

Zunächst unsere herzlichen Glückwünsche zu Ihrer beeindruckenden Karriere. Wie fühlen Sie sich?

Harald Kreft

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl. Aber ich werde jetzt 66 Jahre alt, und wie sagt man so schön, alles hat seine Zeit. Ich werde dem ASB aber nicht ganz verloren gehen. Auf alle Fälle bleibe ich Mitglied bis zum Ende meines Lebens (lacht).

ASB

Wie sind Sie damals zum ASB gekommen?

Harald Kreft

Der ASB wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Mein Vater war technischer Leiter des Kreisverbandes Lüneburg, und ich habe ihn häufig begleitet; das war für mich als kleiner Junge natürlich spannend. Nach meiner Schulzeit habe ich erst eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker absolviert. Da zählte der Kreisverband nur etwa 30 bis 40 Ehrenamtliche. Aber als wir uns ab 1975 nach und nach immer „profimäßiger“ aufstellten, habe ich dann hauptamtlich im Bereich Rettungsdienst angefangen.

ASB

Was war Ihnen in der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen besonders wichtig?

Harald Kreft

Es ist notwendig, dass man ganz eng zusammenarbeitet. Nur so kann man ja Erfolg haben. Mittlerweile haben wir hier ein partnerschaftliches Verhältnis mit dem DRK, dem THW, der DLRG und natürlich auch mit der Polizei. Ja, wir sind wirklich mit allen auf „dienstlicher Basis“ befreundet. Auch eine gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Stadt war von Anfang an wichtig. Die Bewältigung großer Herausforderungen kann nur gemeinschaftlich funktionieren.

ASB

Ist Ihnen eine Herausforderung dabei besonders in Erinnerung geblieben?

Harald Kreft

Es sind viele (lacht). Viele Momente, die auch für den ASB in Lüneburg entscheidend waren. Um nur einige Beispiele zu nennen: Bei der großen Elbflut 2002 konnten wir unter Beweis stellen, dass wir auch im Bereich Katastrophenschutz stark sind. Das war der erste große Ernstfall für uns, bei dem über 100 Samariter:innen eine Woche lang im Einsatz waren. Aber auch 2015, bei der Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften, oder zuletzt während der Corona-Pandemie, bei der wir innerhalb kürzester Zeit Impfteams auf die Beine gestellt und elf Teststationen eröffnet haben – bislang konnten wir für jede Herausforderung immer Lösungen für schnelle humanitäre Hilfe finden.

ASB

Gibt es etwas, das Sie Ihrer Nachfolgerin und bisherigen Stellvertreterin, Susanne Rust, noch ans Herz legen möchten?

Harald Kreft

Dass sie immer auch ein Teil des Teams ist. Natürlich gilt in der letzten Konsequenz, was die Geschäftsführung sagt, aber man muss immer ein Team bleiben. Die Gesellschaft und die Gegebenheiten werden sich weiter verändern, und das kann man schade finden, aber das muss man akzeptieren. Wie sagt man doch gleich? Man muss einfach mit der Zeit gehen, sonst geht man mit der Zeit (lacht). Insbesondere bei einem sozialen Dienstleister. Da sind ja die Mitarbeitenden der Motor. Und wenn der nicht vernünftig gewartet wird, dann funktioniert das Ganze nicht. Bei Susanne habe ich da aber gar keine Bedenken. Sie wird es anders machen als ich, aber sie wird den ASB weiterentwickeln, und das wird sie gut hinkriegen. Ich kann beruhigt in Rente gehen (lächelt).

ASB

Haben Sie denn auch Pläne für Ihren Ruhestand, die nichts mit dem ASB zu tun haben?

Harald Kreft

Schwierig (lacht). Also, ich habe ein paar Motorräder, die müssen endlich mal wieder bewegt werden. Freundschaften möchte ich wieder mehr Zeit widmen. Und auch wenn Sie jetzt eigentlich nichts davon hören wollten (lacht) – der ASB ist und wird auch weiterhin ein Teil meines Lebens bleiben.

ASB

Herr Kreft, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen alles Gute!