Vielen Dank, dass ihr euch Zeit für dieses Gespräch nehmt! Seit wann seid ihr beim ASB aktiv?
Ich bin selbst immer wieder überrascht, aber ich bin schon seit gut 17 Jahren dabei.
Bei mir sind es jetzt fünf Jahre.
Was hat euch dazu bewegt, euch im Katastrophenschutz zu engagieren?
Mich begleitet das Engagement für die Gesellschaft schon seit meiner Jugend. Der Katastrophenschutz gibt mir die Möglichkeit, mich direkt für meine Mitmenschen einzusetzen und gleichzeitig in einem breiten Themenfeld tätig zu sein, das mich interessiert.
Für mich ist es die Kombination aus Sinnhaftigkeit und Abwechslung zum Berufsalltag. Menschen in Not zu helfen und dabei meine Fähigkeiten zu nutzen, das gibt mir ein erfüllendes Gefühl. Ich lerne immer wieder neue Dinge und erlebe Abenteuer.
Wie war eure Erfahrung bei der Landesübung 2024? Gab es besondere Momente?
Die Übung war großartig, um das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Besonders schön fand ich, dass die Zeit davor und danach genutzt werden konnte, um Freundschaften zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen.
Mein persönliches Highlight war die schnelle und reibungslose Zusammenarbeit in unserer Teileinheit – das hat einfach perfekt funktioniert.
Gab es denn auch Herausforderungen, denen ihr euch stellen musstet?
Ja. Eine der größten Herausforderungen war die „Übungskünstlichkeit“, also die Tatsache, dass es eine simulierte Situation ist. Aber dank der guten (Schmink-)Arbeit der AG Maske aus Berlin wurde alles realistischer.
Für mich war die größte Herausforderung die Kategorisierung von Patienten. Während einer Katastrophe kann nicht jeder gerettet werden. Das ist schwer zu akzeptieren.
Wie habt ihr die Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Teams empfunden?
Die Zusammenarbeit war super. Nach der üblichen anfänglichen Chaosphase hat sich am Ende gezeigt, dass die Teams sehr gut miteinander kompatibel sind.
Genau, jeder konnte seine Stärken einbringen, und es hat auch zwischen Ehrenamt und Hauptamt sehr gut funktioniert.
Welche Erkenntnisse nehmt ihr persönlich mit?
Dass Freude und Spaß an der Sache unglaublich wichtig sind. Ich habe gelernt, auf meine Fähigkeiten zu vertrauen, denn sie sind in Krisensituationen entscheidend.
Ich nehme mit, dass auch in chaotischen Situationen alles irgendwie zusammenkommt und funktioniert – strukturiertes Chaos eben.
Wie beeinflusst das Ehrenamt euer persönliches und berufliches Leben?
Ganz persönlich bringt mir das Ehrenamt jede Menge – von Selbstentwicklung über neue Kompetenzen bis hin zur Gemeinschaft. Das Ehrenamt hat mich darin bestärkt, dass es in unserer Gesellschaft viele Menschen gibt, die aktiv helfen wollen.
Für mich ist das Ehrenamt eine Win-win-Situation. Was ich hier lerne, ist auch beruflich hilfreich, und meine Softskills, zum Beispiel Teamfähigkeit, haben sich verbessert.
Abschließend: Würdet ihr anderen empfehlen, sich im Katastrophenschutz zu engagieren?
Klar! Man bekommt so viel zurück, sei es persönlich oder durch die Gemeinschaft. Wer sich unsicher ist, sollte einfach mal vorbeischauen und sehen, was das Ehrenamt einem alles bietet.
Definitiv! Jeder kann in der Not helfen, und es macht einfach Spaß, sich gemeinsam mit anderen neues Wissen anzueignen und dieses in Übungen oder gar im Ernstfall anwenden zu können.